Promis und ihre Nacktfotos

Und wieder ist es passiert. Nacktfotos von Promis sind im Internet aufgetaucht. Egal, ob Schauspielerinnen, Models oder Wasauchimmer. Und die Welt regt sich auf.
Aber warum eigentlich?
Nur weil jeder halbwegs prominenten Dummbatz scheinbar meint, er müsse sich a) nackt fotografieren (lassen) und diese Fotos dann b) der Cloud zur Aufbewahrung übergeben? Der Cloud, die ja bekanntermaßen einen Hort der Datensicherheit darstellt?
Sag mal, geht’s noch? Erst das Hirn abschalten und sich dann über die Folgen beschweren?

Okay, das Knacken/Stehlen von Daten (egal, ob in der Cloud oder wo auch sonst) ist generell eine Straftat. Das ist unbestritten. Und das sollte auch verfolgt werden.
Aber ehrlich, Kirsten Dunst, Rihanna, Kim Kardashian – und wie Ihr Blödbacken alle heißt … wenn Ihr mit Euren übersteigerten Egos schon unbedingt Nacktfotos von Euch braucht, dann druckt diese von mir aus in XXXL-Postergröße aus und hängt sie Euch zur Selbstbeweihräucherung ins Wohnzimmer oder übers Bett. Hat niemand etwas dagegen.
Doch Ihr legt diese Bilder stattdessen praktisch auf einem öffentlichen Platz ab, sichert sie nur mit einem Vorhängeschloss und wundert Euch dann, wenn einer mit dem Bolzenschneider kommt. Und jetzt empört Ihr Euch lautstark – aber nicht etwa über Eure eigene Nachlässigkeit, sondern stattdessen über die Schlechtigkeit der Welt?
„Dies ist offensichtlich eine empörende Verletzung der Privatsphäre unserer Mandantin Kate Upton“ ließ Frau Upton über ihren Anwalt vermelden. Dieser Anwalt sollte seiner Mandantin lieber erklären, dass die Privatsphäre faktisch dann endet, wenn sie ihr Zeugs in der Cloud zwischenlagert.

Dazu ein Zitat von jemandem, der es wissen sollte:
Google-Chef Eric Schmidt: „Wenn es irgendetwas gibt, was man nicht über Sie wissen sollte, dann sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun. “ – und das sagte er bereits im Jahr 2009.
Hm … zu dieser Aussage kann man stehen, wie man will. Ob man sie gut findet oder nicht, Tatsache ist inzwischen leider, dass sie (zumindest für den Online-Bereich des Lebens) zutrifft.
Und wenn lernresistente Promis nur mal kurz über diesen Satz nachdenken würden, dann gäbe es für diesen ganzen „Skandal“ keinen Grund.

Wie gesagt – der Diebstahl von Daten ist und bleibt eine Straftat. Aber immerhin eine Straftat, zu der es nie gekommen wäre, wenn diese Schlafhirne mit ihren Fotos vorsichtiger umgegangen wären. Und jetzt darf mal wieder der Steuerzahler dafür bezahlen, dass Staatsanwaltschaft, Polizei und FBI (natürlich, hier ziehen wir das ganze Programm durch, denn schließlich handelt es sich ja um bräsige Prominente) der Sache nachgehen.

Dafür herzlichen Dank.

PS: Lutz hat mich da auf eine weitere Idee gebracht: Hey, Prominasen! Warum stellt Ihr Eure Nackedeibilder denn nicht gleich bei Facebook rein – und verklagt anschließend Grinsgesicht Mark Zuckerberg wegen der Veröffentlichung? Bei dem wäre finanziell garantiert was zu holen, was bei dem armen Würstchen, das Eure Bilder aus der Cloud geklaut hat, nicht unbedingt sein muss.
Das hätte dann auch den Vorteil, dass sich Polizei und FBI um wirklich wichtige Dinge kümmern könnten, anstatt die Dummheit anderer Leute ausbaden zu müssen.

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