Withings Activité Pop

Ich habe mir die neue Withings Activité Pop zugelegt. Derzeit noch schwer zu bekommen (im Geschäft exklusiv bei Saturn und selbst auf der Withings Webseite kann man sich nur vormerken lassen und sie noch nicht bestellen), aber ich hatte das Glück, eine zu erwischen.
Für die, die mit dem Namen nichts anfangen können: es handelt sich um eine Armbanduhr mit eingebautem Schrittzähler, die aber ganz einfach wie eine elegante Uhr aussieht. Damit sollte ich dann meinen bisherigen Withings Pulse, der gerne mal aus der Hosentasche fällt, in Rente schicken können. Hoffentlich.

Laut Withings bietet die Uhr folgende Funktionen: Aktivitäts-Tracking (sprich: Schrittzähler), Schlaf-Tracking (Erfassung von Dauer und Qualität des Schlafes mit Aufteilung nach Tiefschlafphasen, Leichtschlafphasen und Wachphasen), Schwimm-Tracking (wie auch immer das funktioniert, aber dafür ist die Uhr wasserdicht) und einen lautlosen Wecker (mit Vibrationsalarm, einstellbar über das iPhone). Dazu funktioniert sie mit Batterie anstatt Akku und funkt mit Bluetooth 4 (das Stromspar-Bluetooth) zum Handy.


Die Verpackung der Uhr ist edel. Allerdings hätten es die Designer von Withings etwas intuitiver gestalten können, wie man das Gerät aus der Schachtel bekommt.


In der Verpackung findet sich die Uhr, eine Kurzanleitung (die völlig ausreichend ist) und ein Werkzeug (Metallscheibe mit einem hervorstehenden Dorn), mit dem die Rückseite der Uhr zum Batteriewechsel geöffnet werden kann.

Den üblichen sonstigen Fitnessarmbändern oder „Smartwatches“ hat diese nicht nur das elegante Aussehen voraus, sondern sie bietet außerdem noch den Vorteil, dass sie mit einer regulären Knopfzelle arbeitet, die (laut Hersteller) nur etwa alle 8 Monate ausgetauscht werden muss, anstatt die Uhr wöchentlich, täglich oder bei starkem „Smart“-Gebrauch mehrmals täglich aufladen zu müssen. Dafür verzichte ich dann gerne z.B. auf die Möglichkeit, meine Mails auf dem briefmarkengroßen Display eines klobigen Würfels am Handgelenk lesen zu können (sorry Apple, so sehr ich Eure Produkte liebe, aber auch Eure Apple Watch geht mit ihrem Design weit an gutem Aussehen vorbei).

Da ich für meinen Blutdruckmesser, meine Badezimmerwaage und meinen bisherigen Schrittzähler sowieso schon die App von Withings auf dem iPhone habe, brauche ich diese nicht zu installieren, sondern kann gleich mit der ersten Synchronisation der Uhr mit meinem Handy beginnen. Wie erwartet funktioniert das per Bluetooth schnell und ohne Probleme.
Dabei stelle ich allerdings fest, dass ich nur entweder mein Pulse oder die Activité mit der App koppeln kann. Beide gleichzeitig lassen sich nicht mit dem iPhone verbinden. Das hatte ich fast schon befürchtet. Leider gibt es dann halt keine Möglichkeit, die beiden Geräte auf Abweichungen beim Zählen der Schritte zu vergleichen (bei meinem Pulse hatte ich ja immer den Verdacht, dass er zu wenige zählt).


Dies ist das Zifferblatt der Activité mit der Anzeige für die bereits erreichten Prozente des Tagesziels. Und die Größe der Activité im Vergleich zum Withings Pulse.


Bei der Ersteinrichtung werden Stundenzeiger, Minutenzeiger und Aktivitäts-Fortschrittsanzeiger per iPhone-App auf null gestellt. Danach stellt sich die Uhrzeit durch die Synchronisation mit dem Handy von selbst ein. Praktischer Nebeneffekt: durch die automatische Synchronisation stellt sich die Uhrzeit auf Reisen auch von selbst um.


Das Armband besteht aus Silikon mit der dummen Angewohnheit, Fusseln anzuziehen und festzuhalten. Dafür ist es so weich und angenehem, dass man die Uhr bequem rund um die Uhr (Wortspiel!) tragen kann (auch nachts), ohne dass sie irgendwie lästig wäre. Und das sogar bei meinen dünnen Ärmchen.

Nach einer Woche Nutzung kann ich feststellen, dass die Withings Activité Pop meine Erwartungen erfüllt hat. Da ich sowieso schon immer eine Uhr getragen habe, stört es mich nicht, ständig etwas am Handgelenk zu haben.
Das Activity-Tracking zählt Withings-üblich etwas weniger Schritte als andere Geräte, wie z.B. von Jawbone oder Fitbit. Allerdings erwatet bei solchen Schrittzählern wohl auch niemand eine 100 %ig genaue Auswertung der zurückgelegten Schritte oder Strecken.
Die Kontrolle der Schrittanzahl zwischendurch geht konkurrenzlos schnell (einfach ein Blick auf die Uhr anstatt zur Display-Aktivierung erst irgendwelche Knöpfchen eines Fitnessarmbands ziu drücken, oder ein Gerät aus der Hosentasche puhlen zu müssen). Im Vergleich zum Pulse (oder zu den Geräten anderer Hersteller) bietet die Uhr keine Anzeige der zurückgelegten Höhenmeter, aber die habe ich bisher schon nie kontrolliert, so dass sie mir jetzt auch nicht fehlen werden.
Das Schlaf-Tracking scheint (gefühlt) zuverlässig zu funktionieren. Jedenfalls zuverlässiger als das beim Pulse der Fall war – bis ich beschlossen habe, dieses Gerät über Nacht nicht mehr zu verwenden.
Das Schwimm-Tracking ist derzeit noch nicht integriert und wird – laut Withings-Homepage – Ende des ersten Quartals 2015 nachgeliefert (da ich nicht in Schwimmbäder gehe, war diese Funktion für mich aber auch nicht kaufentscheidend).
Der lautlose Vibrationsalarm wird über die iPhone-App eingestellt und funktioniert zuverlässig. Selbst wer ihn nicht morgens als Wecker verwenden will, findet sicher die eine oder andere Gelegenheit, für die eine dezente Erinnerung hilfreich ist. Etwas nervig ist die Tatsache, dass man den Alarm (wenn die Uhr dann brummt) nicht abstellen kann, sondern warten muss, bis er von selbst wieder aufhört (etwa 10 – 12 mal bsssssss). Da wurde eine gute Idee nicht zu Ende gedacht. Das sollte durch ein Software-Update noch korrigiert werden.
Der Synchronisationsvorgang mit dem iPhone könnte etwas zügiger vonstatten gehen, ist aber noch auszuhalten (das scheint ein generelles Withings-Problem zu sein, der Pulse lässt sich dafür auch Zeit).
Im Moment funktioniert die Uhr nur in Zusammenarbeit mit Geräten von Apple (iPhone, iPod touch, iPad) – für Android soll die Withings-App Ende Februar verfügbar sein.

Die Withings Activitè Pop ist die einfache, billigere Schwester des Flaggschiffs Withings Activitè, unterscheidet sich aber nur in den verwendeten Materialien (das Armband ist aus Silikon anstatt aus Leder – was mir persönlich für sportliche Aktivitäten sogar lieber ist -, das Uhrwerk aus Fernost anstatt aus der Schweiz (so wie die gesamte Uhr in Fernost hergestellt wird anstatt in der Schweiz) und die Abdeckung besteht aus Mineralglas anstatt Saphirglas). die Funktionen sind bei beiden Modellen gleich. Dafür kostet die Activitè Pop aber auch nicht mal halb so viel wie das Luxusmodell (anstatt 390 Euro nur 150), ohne dabei auch nur im geringsten billig auszusehen oder sich so anzufühlen.
Erhältlich ist die Activitè Pop in drei Farben: Shark Grey (ein dunkles grau), Bright Azure (blau) und Wild Sand (würde ich als beige bezeichnen).

Die Frage zum Schluss: würde ich mir die Uhr wieder kaufen? Ja, würde ich, denn bis auf einige kleine Kritikpunkte bin ich wirklich zufrieden.

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